Elon Musk und der Welthunger: lässt sich mit Geld jedes Problem lösen?

Veröffentlicht am 24.01.2022

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Elon Musk und der Welthunger

Geld regiert die Welt – ein Sprichwort, dass man schon im Kindesalter zu hören bekommt und verinnerlicht. Doch ist das wirklich so? Lassen sich die grundlegenden Probleme unserer Zeit wie Klimakatastrophe oder Welthunger wirklich einfach mit Geld lösen?

 

Seit Ende letzten Jahres ist zumindest eines dieser Probleme in Zusammenhang mit einem Milliardenvermögen in aller Munde: Der Welthunger könnte beendet werden durch nur einen einzigen Mann, der nicht nur zu den reichsten Menschen dieses Planeten zählt, sondern auch die Grenzen zwischen Fiktion und Realität regelmäßig unscharf werden lässt. Elon Musk, umtriebiger Chef des Tesla-Konzerns und des Raumfahrtunternehmens SpaceX sowie einiger weiterer Unternehmungen, welche mehr oder weniger prominenten Status genießen. Die unübersehbaren Erfolge der letzten Jahre dürften dabei jedoch vereinzelte Hirngespinste und Experimente des Multimilliardärs deutlich in den Schatten stellen. Das Privatvermögen des gebürtigen Südafrikaners betrug im Januar 2022 geschätzte 268 Milliarden US-Dollar (ca. 236 Milliarden Euro), was ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Finnland entspricht und ihn zum derzeit reichsten Menschen der Welt macht.

Aufgrund dieser für Elon Musk äußerst günstigen Wohlstandslage kam der Direktor des UNO-Welternährungsprogramms David Beasley im November 2021 auf die Idee, dass Musk mit seinen Möglichkeiten ein grundlegendes Menschheitsproblem quasi im Alleingang würde beseitigen können: die Sättigung aller Hungernden. Benötigt würden hierfür lediglich sechs Milliarden US-Dollar, welche im Hinblick auf Musks Vermögen kaum ins Gewicht fallen dürften. Musk sagte unter der Bedingung zu, dass das WFP (World Food Programme) einen präzisen öffentlichen Plan vorlegt. Die Ausgangslage klang also simpel: Zeigt mir plausibel und transparent euer Vorgehen auf und ich werde die benötigten Mittel hierzu bereitstellen.

 

Dieses Angebot ließ viele Menschen in aller Welt, insbesondere in Social Media, aufhorchen. Überrascht wurde festgestellt, dass offenbar eine Einzelperson in der Lage sein könnte, epochale Menschheitsprobleme im Handumdrehen zu lösen. Doch wie so oft bei Themen, die innerhalb kürzester Zeit in den sozialen Medien hochkochen und eine große Reichweite erzielen, nach nur kurzer Zeit verebbten die Neuigkeiten zu Musk und dem Milliardenprojekt. Möglicherweise ist die Beendigung des Welthungers doch nicht ganz so einfach umzusetzen?

 

Betrachten wir genauer, ob und wie ein solcher Schritt angegangen werden könnte und weshalb sich die Umsetzung deutlich komplexer gestalten dürfte, als manch einer zunächst vermutet. Eingangs ist festzustellen, dass das Vermögen von Elon Musk nicht als Dollarbetrag auf irgendwelchen Konten liegt. Vielmehr stützen sich die genannten 268 Milliarden US-Dollar auf die Gesamtheit aller seiner Vermögenswerte, worunter sich unter anderem auch Immobilien und Firmenanteile befinden.

 

Gerade letztere machen bei Musk einen beträchtlichen Teil seines Vermögens aus, denn besonders der Wert der Tesla-Aktie ist im vergangenen Jahr regelrecht durch die Decke gegangen. So kündigte Musk an, die sechs Milliarden Dollar dadurch bereitstellen zu können, indem er entsprechend viele Tesla-Aktien zu diesem Zweck verkaufen würde. Allerdings äußerte Musk öffentlich Zweifel daran, dass eine Spende in dieser Höhe das globale Hungerproblem lösen könne. Beasley antwortete ihm daraufhin per Tweet, dass die geforderten Transparenzkonzepte sowie Open-Source-Systeme bereitstünden. Er räumte jedoch ein, dass die Behauptung einer finalen Bewältigung des Welthungerproblems durch diese einmalige Spende nie geäußert wurde. Die benötigte Summe diene dazu, 42 Millionen Menschen zu retten, welche unter einer beispiellosen Hungerkrise akut leiden. Beasley schlug daraufhin ein persönliches Treffen mit Musk vor. Ob und wann dieses stattfindet, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings unbekannt.

Musks öffentlich geäußerte Zweifel sind nicht unberechtigt, wie man sieht. Natürlich könnte er recht einfach einer unfassbar großen Menge an Menschen akut helfen, die grundlegende Problematik könnte er aber nicht beheben und aus der Welt schaffen. Vielleicht verlangt er aus diesen Gründen ausgefeiltere Konzepte?

 

Fassen wir den Status Quo zusammen: zwar würde ein Geldregen kurzfristig unbestreitbar eine Verschiebung bereits vorhandener materieller Ressourcen und deren Logistik ermöglichen. Eine nachhaltige Lösung wäre dies jedoch keinesfalls, denn ein funktionierendes und zukunftsorientiertes Konzept, welches eine Wiederkehr der Problematik auszuschließen vermag, würde sich dadurch nicht verwirklichen lassen können.

 

Der Teufel steckt wie so oft im Detail: Ebenjene Regionen, die von Hungerkrisen besonders betroffen sind, stecken meist in schwierigen politischen Situationen, sind von Kriegen gebeutelt oder von der Klimakatastrophe gezeichnet. Der Aufbau einer zuverlässigen Struktur ist in diesen Fällen auch durch erhebliche finanzielle Mittel nicht zu garantieren, die Umstände schlicht nicht planbar. Und so ist es zwar mit einer großzügigen Spende gegen den Welthunger nicht getan, zu spenden erscheint dabei jedoch trotzdem sinnvoll. Gerade wenn einem dies problemlos möglich ist.

 

Fragen wir uns selbst: Was würden wir mit einem großen Vermögen oder einem plötzlichen Lotteriegewinn tun? Das Geld horten? Auf den Kopf hauen? Menschen im eigenen Umfeld ihre Wünsche erfüllen? Oder einen Teil spenden und denen helfen, die in Not geraten sind?

Welche Probleme würden Sie mit einem Gewinn lösen?

Es gibt nur einen Weg das herauszufinden.

Die NKL-Glücksschmiede

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