Die Geschichte der staatlichen Lotterie

Veröffentlicht am 11.01.2022

Die Geschichte der Lotterie

Glücksspiele faszinierten die Menschen schon immer und überall auf der Welt. Sie sind aufregend und verlockend, denn eines haben sie alle gemeinsam: Der Einsatz ist gering, der mögliche Gewinn groß. Menschen haben schon immer gespielt und sich schon immer am Nervenkitzel erfreut. Bis heute hat sich diese Faszination gehalten. Doch wie ist die staatliche Lotterie, wie wir sie heute kennen, überhaupt entstanden?

Zunächst einmal: Was ist eine Lotterie überhaupt? Ganz grundlegend geht es darum, Zahlen zu ziehen. Diese werden auf Zettel oder Kugeln geschrieben, gemischt und aus einem Lostopf gezogen. Die Spieler setzen Geld auf bestimmte Zahlen, die sie zuvor tippen. Werden genau diese Zahlen gezogen, gewinnt der Spieler, der entweder alle oder die meisten davon richtig getippt hat.

 

Der Ursprung der modernen Lotterie

Wann genau die Lotterie erfunden wurde, ist unbekannt. Glücksspiele gibt es seit Jahrtausenden, die Lotterie, wie wir sie kennen, geht aber vermutlich auf eine Tradition in Italien des 15. Jahrhunderts zurück. Denn der Begriff Lotto kommt aus dem Italienischen und bedeutet auf Deutsch „Schicksal“ oder auch „Los“.

Im 15. Jahrhundert war es in der Hafenstadt Genua Tradition, dass von den Kaufleuten jedes Jahr fünf neue Ratsmitglieder gewählt wurden. Dazu wurden 90 Namen auf Zettel geschrieben, von denen fünf gezogen wurden – eine Art „5 aus 90“. Unter dem Dogen Benedetto Gentile wurden Mitte des 15. Jahrhunderts die Namen durch Zahlen ersetzt. Die Genueser Bürger wetteten auf den Ausgang dieser Lotterie, die den damaligen Veranstaltern hohe Einnahmen bescherten.

Nach diesem Prinzip funktionieren auch die modernen staatlichen Lotterien. Eine Regierung vergibt Konzessionen, also das Recht, Lotterien veranstalten zu können. Dafür bekommt der Staat einen Teil der Einnahmen.

 

Die staatlich organisierte Lotterie

Im Jahr 1653 veranstaltete Hamburg seine erste Lotterie. In Österreich wurde unter Maria Theresia 1751 die Genueser Lotterie eingeführt. Im deutschen Kaiserreich gab es viele kleine Lotterien, die Anfang des 20. Jahrhunderts regional zusammengefasst wurden. Dadurch entstanden insgesamt sieben Landeslotterien.

Die staatlichen Einnahmen der Lotterien wurden von jeher für mildtätige oder gemeinnützige Zwecke, wie etwa zum Bau von Kirchtürmen oder Waisenhäusern oder für den Ausbau von Wasserleitungen genutzt. Oftmals aber auch lediglich zur Tilgung von Schulden des Staatshaushalts, wie etwa in Frankreich des 18. Jahrhunderts vor der Revolution.

 

SKL und NKL – die bekanntesten Klassenlotterien in Deutschland

In Deutschland wurde 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg die SKL (Süddeutsche Klassenlotterie) und 1948 die NKL (Nordwestdeutsche Klassenlotterie) gegründet. Klassenlotterien gibt es in Deutschland schon seit dem Ende des 17. Jahrhunderts.

 

Innerhalb einer Lotterie werden mehrere Ziehungen veranstaltet, für die jeweils ein Einsatz geleistet werden muss. Der Ziehungszeitraum ist in verschiedene Klassen unterteilt, wobei sowohl die Anzahl als auch die Höhe der Gewinne von Klasse zu Klasse steigt – daher der Name Klassenlotterie. Die Lose werden in Anteilen verkauft. Ein halbes Los beispielsweise bekommt einen halben Gewinnbetrag ausbezahlt.

Staatlich zugelassene Lotterie-Einnahmestellen wie etwa Günther vertreiben die Lose. Die Lotterie selbst wird unter staatlicher Aufsicht durchgeführt. Eine Ziehung der NKL dauert sechs Monate. Sie startet am 1. April und dann wieder am 1. Oktober. Die SKL-Ziehungen starten am 1. Juni und am 1. Dezember und dauern ebenfalls ein halbes Jahr. Täglich finden Ziehungen von Geldgewinnen statt und in der NKL gibt es zusätzlich einmal im Monat mindestens eine Sachgewinnziehung und zudem eine Jackpot-Verlosung. Zufallsgeneratoren garantieren faire Ziehungen.

 

Gewinnverwendung der staatlichen Lotterien

Was geschieht eigentlich mit den Gewinnen der Lotterien? Dass die Lotterien ordnungsgemäß durchgeführt wird, garantieren die Trägerländer, das sind alle 16 deutschen Bundesländer. Inbegriffen in dieser Garantie sind auch die Höhe und die Anzahl der jeweiligen Gewinne und Ausschüttungen. Dabei erfolgt die Auszahlung der Gewinne über eine Lotteriesteuer.

 

Die GKL führt regelmäßig eine Lotteriesteuer in Höhe von 16,66% an die Bundesländer ab. Dieses Geld fließt direkt in die Haushalte der Länder und wird dort für die Finanzierung ständiger, sinnvoller und notwendiger Ausgaben genutzt. Bereiche, die von diesen Zahlungen profitieren, sind unter Anderem Bildung, Forschung und Wissenschaft, Kultur, der öffentliche Nahverkehr oder die regionale Wirtschaftsförderung.

 

Damit sind die Länder in der Lage, bisherige Standards zu halten und die oben genannten Bereiche weiter auszubauen. Ohne diese Mittel würden den Haushalten der einzelnen Trägerländer regelmäßig Einnahmen fehlen. Die eingesetzten Gewinne der Lotterien sind somit wichtige Träger sozialer, ökonomischer sowie ökologischer Ausgaben und tragen maßgeblich zum Erhalt des Lebensstandards in diesen Ländern bei.

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